Schutzalf

Bild Schutzalf

Der von der Gemeinde Mückeln 2014 errichtete Glockenturm erinnert an die einstige, über 250 Jahre alte Kapelle Schutzalf. Über dem Eingang zur Kapelle soll sich die Jahreszahl 1545 befunden haben, das vermutliche Erbauungsjahr. Urkundlich erwähnt wird die Kapelle erstmals 1593 in einem Visitationsprotokoll der Pfarrei Wollmerath.

Die Kapelle gehört zum damaligen Augustinerkloster Springiersbach, das mit dem nahegelegenen Höfen Trautzberg und Sprink schon länger Besitzungen im Alfbachtal hat. Auch ein 1547 neu angelegter Weiher westlich der Schutzalfer Kappe gehört zum Klosterbesitz.
Die Kapelle Schutzalt ist dem Hl. Kreuz (Sancti Crucis) geweiht, der Altar dem Hl. Antonius. Im 16  und 17. Jahrhundert wird sie von Bewohnern aus der Umgebung verwaltet. Ab 1720 lassen sich Klosterbrüder aus Springiersbach in der Kapelle nieder und nutzen sie als Eremitage. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Messestiftungen von Einwohnern der umliegenden Ortschaften, die von der Verehrung der Kapelle zeugen. Sogar von einem kleinen Wallfahrtsort im Tal der Alf ist die Rede. Alljährlich wird dieser Zeit am Ostermontag und an den beiden Festtagen "Kreuzerhöhung" und "Kreuzauffindung" eine feierliche Messe gelesen.

Mit dem Einmarsch französische Truppen in das Rheinland 1974 endet die Herrschaft des Klosters im Alfbachtal. Sämtliches Klostergut wird enteignet. 1804 wird die Einsiedelei Schutzalf versteigert und die Kapelle verfällt.

Aus Schutzalf wird nun ein Weiler mit zwei bis drei Häusern. In der Blütezeit um 1846 hat Schutzalf 25 Bewohner. Etwa an 1860 nimmt deren Zahl rapide ab. Mit Josef Ternes verstirbt 1882 der letzte Bewohner von Schutzalf.

Die hier liegenden Basaltsteine im Wiesengelände stammen von den letzten Häusern - vielleicht auch von der einstigen Kapelle.

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